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Auf Reisen 2008

  

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Auf Reisen 2008 ...

Niemand ahnte im Januar 2008, dass unser Jubiläumsjahr, 160 Jahre St. Cäcilia Kirchenchor, Friesheim auch ein Reisejahr für den Chor werden sollte.

Damals unvorstellbar:

eine Reise nach Berlin, um in der Gedächtniskirche einen Gottesdienst mitzugestalten?

eine Fahr nach Trier, ebenfalls zur feierlichen Gestaltung eines sonntäglichen Hochamts?

Die Vorstellung unseren ehrwürdigen Kölner Dom zu besuchen, entsprach schon eher der Vorstellungskraft unserer Chormitglieder. Dass dies jedoch zur musikalischen Gestaltung einer Messe des Lourdes-Vereins und auf deren Einladung hin überhaupt erst möglich wird, ist wohl die Krönung der musikalischen Aktivitäten in diesem Jubiläumsjahr.

Im Februar begann unsere Probenarbeit mit einem Werk von Josef Scherer, Der „Missa beatae Mariae Virginis des Lourdes“, die diese Reisewelle im Jahr 2008 auslöste. Komponiert wurde das Werk für ein Priesterjubiläum und wurde dann 1948 in unserer Nachbargemeinde uraufgeführt.

Nach intensiver Probenarbeit und einer Teilaufführung der Messe in der Osternacht ging der Chor am 31. April auf Reisen. Unser Ziel war Berlin, ein unvergessenes Reiserlebnis, wie alle nach Abschluss der Reise feststellten.

Nicht nur das einmalige Erlebnis in der Gedächtniskirche zu singen, die respektable Auf¬führung, die außergewöhnlich inhaltsvolle Messfeier und das beeindruckende Orgelkonzert von Donatus Haus am Abend machten diese Fahrt so einmalig.

Auch Berlin war in der Tat eine Reise wert. Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich die Stadt mit all ihren Sehenswürdigkeiten. Ein Besuch des Bundestages mit Ausblick auf die Stadt vom Dach des Reichstages, eine Spreerundfahrt, sowie der Besuch der Schlösser Charlottenburg und Sanssouci komplettierten den wundervollen Aufenthalt in Berlin.

Die Aufführung der Scherer Messe am Ort der Uraufführung im August benötigte zwar weniger logistische Fähigkeiten, war jedoch musikalisch mit der gleichen hohen Motivation und gleichem Niveau verbunden. Positiv sind auch die neuen menschlichen Kontakte zu unseren Chorsängern des Bliesheimer Kirchenchores.

Am 12. Oktober führte uns der Reiseweg nach Trier, der ältesten Stadt Deutschlands. Dort im Dom konnten wir dem sonntäglichen Hochamt einen würdigen musikalischen Rahmen geben.

Im Anschluss hatten die Chormitglieder und ihre Begleitung Zeit und Muße die Schönheiten der Stadt zu erkunden. Wieder war Petrus uns gnädig und bescherte uns einen herrlichen Herbsttag, welcher die Stadtbesichtigung und die Eifelbusfahrt mit ihrer landschaftlichen Einmaligkeit und herbstlichen Farbentfaltung zu einem Erlebnis machte.

Die intensive Probenarbeit hält an, neue Zielsetzungen werden schon auf ihre logistischen Möglichkeiten hin überprüft und mit neuen musikalischen Herausforderungen verbunden.

Ein ereignisreiches Chorjahr 2009 kündigt sich an. Wir hoffen, weiterhin mit Freude zur Ehre Gottes zu singen und musikalisch geknüpfte menschliche Kontakte aufrecht erhalten zu können.

Gut Sang
Eure Anne Drüg

Hier sehen Sie noch die Artikel zum Abschluss unseres Jubiläumsjahres im Kölner Dom

Missa beatae Mariae virginis de Lourdes - von Josef Scherer

Der Komponist Josef Scherer (1902-1986) arbeitete als Kirchenmusiker zuletzt in Bliesheim. Ursprünglich stammte er aus dem Saarland und wirkte sein Leben lang als Kirchenmusiker in Kirchengemeinden bei Köln. Zeitlebens der Romantik verpflichtet, schrieb er kurz nach dem 2. Weltkrieg eine Messe für Chor und Orgel, die erst jetzt aus seinem Nachlass veröffentlicht wird. Ihren Untertitel erhielt die Messe durch ein von der Orgel vorgetragenes Zitat des Lourdes-Wallfahrtsliedes "Ave Maria" beim "Et incarnatus est".

Der Sohn des Komponisten, Herr Klaus Scherer aus Liblar, singt übrigens seit Februar im Kirchenchor St. Martin mit. Der Enkel des Komponisten, Oliver Scherer, wurde von Herrn Haus 2 Jahre lang in der nebenamtlichen Organistenausbildung (C-Examen) des Erzbistums im Fach Orgel betreut, was er mit der Note "sehr gut" abschloss. Zusätzlich war Herr Haus sein "Chormentor" während seines Chorpraktikums, das er ebenfalls in Friesheim ablegte.

Das sind doch sehr interessante Querbezüge, die neugierig machen auf diese interessante Komposition.

Wer gerne mehr über das Leben und Werke von Josef Scherer erfahren möchte, findet auf den Seiten von Frau Elisabeth van den Eijnden noch weitere Informationen:

Josef Scherer, Komponist --- Messe - Josef Scherer --- Foto Album - Josef Scherer



Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger vom 27. Februar 2008

Friesheimer Chor gastiert in Berlin

Rund 50 Erftstädter werden in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche eine Messe des Bliesheimer Komponisten Josef Scherer aufführen.

VON HORST KOMUTH

Erftstadt-Friesheim - Der Zufall schreibt bisweilen ungewöhnliche Geschichten ? und beschert dem Friesheimer Kirchenchor St. Martin gar eine Konzertreise nach Berlin. Das hängt mit dem Komponisten Josef Scherer (1902 bis 1986) zusammen, um den es lange Zeit still geworden war. Der im Saarland geborene Musiker, der im Alter von sechs Monaten erblindete, lebte viele Jahre in Bliesheim. „Eines Tages kam ein Herr Oliver Scherer zu mir. Er wurde mir im Rahmen der nebenamtlichen Kirchenmusikerprüfung zugewiesen", erinnert sich der Organist Donatus Haus. Haus ist diplomierter Musiker, zuständig für den Seelsorgebereich Erftstadt-Börde (Friesheim, Erp, Niederberg, Borr/ Scheuren, Pingsheim und Weiler in der Ebene) und Dirigent des Friesheimer Kirchenchors St. Martin. Er gab dem jungen Scherer Unterricht im Orgelspiel.Josef Scherer - Komponist

Bei Gesprächen mit dem Studenten erfuhr Haus, dass Oliver Scherer niemand Geringeres als der Enkel des verstorbenen Komponisten Josef Scherer ist. „Und so kam es, dass er mir immer wieder einige Kompositionen seines Großvaters mitbrachte", erinnert Haus sich. Der Chorleiter fand Gefallen daran und besorgte sich bei einem Bonner Verlag die Noten einer Messe des Komponisten. „Der Verlagsleiter empfahl mir, mich an Scherers Tochter Elisabeth Regina van den Eynden zu wenden. Sie könne viel Interessantes über ihren Vater berichten." Genau diese Frau hatte sich bereits vor einigen Jahren an Professor Wolfgang Seifen gewandt und ihn gefragt, ob er Gefallen an der Messe finde.

Herausgeber der Noten

Seifen, ein gebürtige Bergheimer, ist seit Oktober 2000 Professor für Improvisation und Liturgisches Orgelspiel an der Universität der Künste in Berlin. 2004 wurde er zum „Titularorganisten" an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin berufen und ist dort künstlerischer Leiter des „Internationalen Orgelimprovisations-Festivals" Berlin und (gemeinsam mit Helmut Hoeft) der Orgelkonzertreihe „Meisterkonzerte Berlin". Seifen erklärte sich bereit, als Herausgeber für die Noten des Bliesheimer Komponisten zur Verfügung zu stehen.

Nach Rücksprache mit Scherers Tochter lud er Donatus Haus und dessen Friesheimer Kirchenchor ein, die Messe in Berlin aufzuführen. An Christi Himmelfahrt, dem 1. Mai, ist es so weit. Dann werden rund 50 Erftstädter Sänger, unter ihnen auch Freunde aus Lechenich und Bliesheim, in der Gedächtnis-Kirche am Breitscheidplatz in Charlottenburg Scherers „Missa Beatae Mariae Virginis De Lourdes" aufführen. Mit dabei ist Klaus Scherer aus Liblar, ein Sohn des Komponisten. Er singt den Bass. Die Uraufführung fand im Jahre 1948 in Bliesheim zum Berufsjubiläum von Pastor Frielingshausen, einem Marienverehrer, statt.

Das knapp halbstündige Werk für Gesang und Orgel greift melodisch das Lourdeslied „Ave Maria" auf, erläutert Donatus Haus. Professor Seifen selbst wird die Erftstädter an der Orgel begleiten. Am Abend des 1. Mai wird Donatus Haus in der Gedächtnis-Kirche noch ein Orgelkonzert geben. Er spielt die „C-Dur Toccata, Adagio & Fuge" von Johann Sebastian Bach und die „Erste Sinfonie" von Louis Vierre.

Bereits in der Osternacht vom 22. auf den 23. März um 21 Uhr wird der Kirchenchor St. Martin in der Friesheimer Pfarrkirche Scherers Missa präsentieren.


Abschluss des Jubiläumsjahres im Kölner Dom


Kölner Dom 2008

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